Priesterjubiläum von Pastor Mönch

 

 

Ansprache zum 50. Priesterjubiläum von Heribert Mönch
12. Juli 2009, Pluwig

Lieber Amtsjubilar!
Liebe Festgesellschaft!

Es gibt ja die absonderlichsten Berufe. Da gibt es z.B. in Wolfsburg, Sindelfingen und Köln Menschen, die nichts anderes machen, als darauf zu hören, ob die Autotüren von Neuwagen beim Zuschlagen so klingen, wie sie bei einem Auto der hergestellten Klassen klingen sollen.

Und dann gibt es Menschen, die beschäftigen sich mit dem Wetter von Morgen. Viele unter uns befragen sie täglich nach den Nachrichten oder in der Zeitung. In gewisser Weise sind sie Hoffnungsträger wie es bei dem Beruf der Fall ist, um den es jetzt geht.

Gehört es neben all den KFZ-Schlossern, Bäckern, Metzgern, Maurern und Meteorolügen nicht auch zu den absonderlichen Berufen, ein Gottesmann zu sein?
Menschheitsgeschichtlich ist das zu verneinen, denn kaum waren die Menschen dem Jäger- und Sammlerdasein entwachsen, da bildeten sich Gesellschaften, die von Priestern gesteuert wurden. Die Stabilität einer Gemeinschaft hängt ganz grundlegend an den Werten, die ihr Zusammenleben steuern und bestimmen.

Und um die Bäcker aller Jahrtausende herauszufordern hat ein Zimmermannssohn vor vielen Jahren festgestellt: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein – sondern von einem jeglichen Wort, das aus dem Munde Gottes kommt“.

Den Menschen diese Dimension zu eröffnen, sie aus ihrem alltäglichen Beschäftigtsein herauszuführen und zur Besinnung zu bringen, das ist die Aufgabe, die Sie vor 50 Jahren übernommen haben.

Wir Menschen sind das Wesen, das mit den Füßen zwar auf dieser Erde steht, aber mit der Stirn den Himmel berührt.

Sie sind nicht müde geworden, seit einem halben Jahrhundert unseren Herzen diese Dimension aufzuschließen und nahe zu bringen. Und weil wahr ist, dass Gott sich am liebsten zwischen Menschen erfindet, galt der Gemeinschaft, sagen wir es kirchlich: der „Gemeinde“, Ihr besonderes Augenmerk. Ihre Gaben haben sich gern in musikalischen Gemeinschaften ausgedrückt. Das finde ich sehr einladend, denn bekanntlich soll man sich dort niederlassen, wo Menschen fröhliche Lieder singen.

Auf solche Töne acht zu geben, das finde ich viel einladender als das Geräusch zuschnappender Autotüren. Wenn Sie Herzen und Türen öffnen zu der Welt, die mit ihrer Liebe so entscheidend für das Gelingen auf dieser Erde ist, dann segne Sie Gott auch weiterhin. Ich danke ihm, dass ER Sie uns hierher gegeben hat.